
Einkaufsabläufe
Teil von Wie entsteht ein nachvollziehbarer Einkaufsprozess im Mittelstand?
Bestellfreigabe gestalten: ausgefüllte Freigabematrix mit eigenen Beispielwerten
Freigabematrix für Bestellungen selbst aufbauen: Beispielstufen, freigebende Rollen, Stellvertretung, Nachweis und eine durchgerechnete Routing-Entscheidung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Freigabegrenzen legen Sie selbst fest; die hier gezeigten Beträge sind frei gewählte Beispiele, keine gesetzlichen Vorgaben.
- Jede Stufe braucht genau eine freigebende Rolle plus benannte Stellvertretung.
- Der Nachweis entscheidet, ob eine Freigabe später belegbar ist.
- Bei Nachbestellungen zählt der kumulierte Wert, nicht der Einzelbetrag.
Freigabestufen mit eigenen Betragsgrenzen festlegen
Die Beträge in der folgenden Matrix sind gewählte Beispielwerte. Sie dienen als Muster für Ihre eigene Tabelle, nicht als Norm. Wer Grenzen zu fein staffelt, erzeugt Rückfragen; wer zu grob staffelt, verliert Kontrolle.
| Stufe | Bestellwert (brutto, gewähltes Beispiel) | Freigebende Rolle | Stellvertretung | Nachweis |
|---|---|---|---|---|
| 1 | bis 500,00 Euro | Teamleitung Einkauf | Einkäufer/in | Bestellanforderung |
| 2 | 500,01 bis 5.000,00 Euro | Einkaufsleitung | Teamleitung Einkauf | Bedarfsmeldung plus Bestellung |
| 3 | 5.000,01 bis 25.000,00 Euro | Kaufmännische Leitung | Einkaufsleitung | Bedarfsmeldung, Bestellung, Angebotsvergleich |
| 4 | über 25.000,00 Euro | Geschäftsführung | Kaufmännische Leitung | zusätzlich schriftliche Freigabe |
Hinterlegen Sie je Stufe nur eine verantwortliche Person. Die Stellvertretung greift bei Abwesenheit, nicht zur Beschleunigung.
Wer vor der Freigabe prüft: Rolle, Stellvertretung und Nachweis
Prüfen Sie vor der Freigabe vier Punkte: Bedarf dokumentiert, Betrag eingeordnet, Stufe bestimmt, Nachweis vollständig. Fehlt ein Nachweis, wird nicht freigegeben, sondern nachgefordert.
Software kann diesen Ablauf abbilden und dokumentieren. SAP beschreibt für sein Ausgabenmanagement unter anderem konfigurierbare Workflows mit Drag-and-Drop-Funktionen. Solche Beschreibungen sind Anbieterangaben, kein Nachweis eines getesteten Produkts.
Kumulierte Nachbestellungen einordnen
Eine Nachbestellung ist keine neue Bestellung. Addieren Sie Bestellungen zum selben Bedarf innerhalb des definierten Zeitraums und ordnen Sie den Gesamtwert ein.
Beispielrechnung mit gewählten Werten: Ein Bestellwert von 4.800,00 Euro liegt in Stufe 2, Freigabe durch die Einkaufsleitung. Kommen 350,00 Euro Nachbestellung hinzu, ergibt das 5.150,00 Euro und damit Stufe 3 mit der kaufmännischen Leitung. Diese Rechnung ist ein Beispiel, keine Regel.
Eine konkrete Bestellung nach der Matrix durchrechnen
Nehmen Sie einen Bestellwert von 4.800,00 Euro. Er fällt in Stufe 2, weil er über 500,00 Euro und höchstens 5.000,00 Euro liegt. Freigebende Rolle: Einkaufsleitung. Stellvertretung: Teamleitung Einkauf.
Nachweis: Bedarfsmeldung plus Bestellung. Beide Belege gehen vor der Bestellung an die Freigabe.
Freigabeentscheidung dokumentieren und mit dem Rechnungsabgleich verknüpfen
Tragen Sie je Freigabe ein: Vorgangsnummer, Betrag, Stufe, Rolle, Stellvertretung, Datum, Nachweis. Diese Felder machen die Entscheidung nachvollziehbar.
Die Freigabe ist kein Ersatz für den Abgleich. SAP nennt den Zwei-Wege-Abgleich (Bestellung und Rechnung), den Drei-Wege-Abgleich (Bestellung, Wareneingang, Rechnung) und den Vier-Wege-Abgleich (zusätzlich Vertrag). Auch hier gilt: dokumentierte Anbieterbeschreibung.
weclapp bietet cloudbasierte ERP-Funktionen unter anderem für Einkauf, Verkauf und Versand; Rechnungen und Transaktionen lassen sich über DATEV-Schnittstellen an die Steuerkanzlei übergeben. Das entlastet, ersetzt aber nicht Ihre Stufenlogik.
Häufige Fragen
Welche Betragsgrenzen sollte ich wählen? Das hängt von Volumen und Risiko ab. Die Werte oben sind ein Muster, keine Empfehlung.
Was gehört in den Nachweis? Mindestens Bedarfsmeldung und Bestellung. Bei höheren Stufen kommen Angebotsvergleich und schriftliche Freigabe hinzu.
Wie oft sollte ich die Matrix prüfen? Legen Sie einen eigenen Rhythmus fest, etwa jährlich, und passen Sie ihn an Ihr Bestellvolumen an.


