
Angebotsvergleich
Teil von Angebote mit unterschiedlichen Leistungsumfängen vergleichbar machen
Folgekosten vor der Kaufentscheidung ins Verhältnis setzen
So setzen Sie Anschaffungspreis und Folgekosten ins Verhältnis: Druckkosten pro Seite mit dem Monatsvolumen multiplizieren und den Überholpunkt berechnen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Anschaffungspreis und laufende Kosten gehören in zwei getrennte Spalten.
- Druckkosten pro Seite mal Monatsvolumen ergeben die monatlichen Folgekosten.
- Der Überholpunkt zeigt, ab welchem Monat ein teureres Modell günstiger wird.
Zwei Größen, die oft vermischt werden
Ein Angebot nennt meist einen Kaufpreis. Daneben steht ein zweiter Wert, der jeden Monat anfällt. Wer beides in eine Zahl presst, verliert die Information, ab wann sich welches Modell lohnt. Trennen Sie deshalb den einmaligen Anschaffungspreis von den laufenden Kosten und führen Sie beide getrennt bis zum Ende der Rechnung. Die Zielsetzung im erfassten Beispiel verlangt genau das: den preisgünstigsten Drucker unter Beachtung der Folgekosten zu beschaffen und die Folgekosten ohne Papier zu ermitteln (Folgekosten ohne Papier).
Druckkosten pro Seite mit dem Monatsvolumen multiplizieren
Die Angebote im Beispiel nennen Druckkosten je Seite, nicht je Monat. Der zweite Schritt ist deshalb die Umrechnung auf den Monat.
- Modell Comfort: 1,0 Cent je Seite
- Modell Ratioplus: 1,5 Cent je Seite
- Modell Exclusiv: 2,0 Cent je Seite
Das angenommene Druckvolumen beträgt 5.000 Blatt pro Monat. Daraus ergeben sich 50,00 Euro für Comfort, 75,00 Euro für Ratioplus und 100,00 Euro für Exclusiv. Diese Multiplikation ist eine Beispielrechnung mit den Werten aus dem Beschaffungsfall von 2004, keine Marktgröße. Die Druckkosten gelten ohne Papier; Papier und weiteres Verbrauchsmaterial bleiben außerhalb der Betrachtung (Druckkosten pro Seite). Das Umweltbundesamt empfiehlt, bei Angeboten alle relevanten Kostenfaktoren abzufragen, damit die Ergebnisse vergleichbar bleiben (relevante Kostenfaktoren abfragen).
Den Kostenverlauf monatlich staffeln
Legen Sie eine Zeile je Modell an und tragen Sie für jeden Monat den kumulierten Betrag ein. Beginnen Sie mit dem Anschaffungspreis und addieren Sie dann die monatlichen Folgekosten.
| Monat | Comfort (920 € Preis, dann 50 €/Monat) |
|---|---|
| Start | 920,00 € |
| 1 | 970,00 € |
| 2 | 1.020,00 € |
| 4 | 1.120,00 € |
Die Tabelle zeigt nur ein Modell. Für die Entscheidung brauchen Sie dieselbe Staffel für Ratioplus und Exclusiv. Sobald drei Verläufe nebeneinander stehen, sehen Sie, welcher zuerst den niedrigsten kumulierten Wert erreicht. Genau diesen Monat markieren Sie. Der Beschaffungsvorschlag im Beispiel fiel auf das Modell Comfort, weil die Folgekosten am niedrigsten sind und sich bereits nach 4 bzw. 5 Monaten der günstigste Kostenverlauf gegenüber den beiden anderen Modellen ergibt (Überholpunkt nach 4 bzw. 5 Monaten).
Den Überholpunkt richtig lesen
Der Überholpunkt hängt vom Druckvolumen ab. Steigt das Volumen, wächst der Vorteil des Modells mit den niedrigeren Seitenkosten. Sinkt es, verschiebt sich der Punkt nach hinten. Prüfen Sie deshalb, ob das angenommene Monatsvolumen zu Ihrem Bedarf passt. Ein zweiter Risikofaktor ist die Nutzungsdauer. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass die Energieeffizienz die energiebezogene Leistung über die geplante oder erwartete Betriebslebensdauer beeinflussen kann. Ein nach 24 Monaten günstiger Verlauf trägt nicht, wenn das Gerät nur 18 Monate genutzt wird.
Preise prüfen, bevor Sie den Verlauf festlegen
Der kumulierte Verlauf wird falsch, wenn die eingehenden Werte nicht stimmen. Klären Sie vor der Eingabe vier Punkte.
- Ist der genannte Preis netto oder brutto, und gilt er vor oder nach Rabatt?
- Sind die Druckkosten pro Seite im Angebot ausdrücklich genannt?
- Bezieht sich das Monatsvolumen auf Blatt oder auf Seiten?
- Über welche Laufzeit gilt die Annahme?
Der Beschaffungsfall nennt zusätzlich Leistungsunterschiede: Exclusiv druckt 24 Schwarz-Weiß-Seiten pro Minute, Comfort 18 und Ratioplus 20. Solche Vorteile gehören getrennt notiert und nicht in die Kostenspalte gerechnet, sonst vergleichen Sie Preis und Leistung in derselben Zahl.
Wann sich der höhere Preis rechnet
Ein höherer Anschaffungspreis rechnet sich, wenn die monatliche Ersparnis ihn innerhalb der geplanten Nutzungsdauer einholt. Teilen Sie die Preisdifferenz durch die monatliche Ersparnis.
Beispiel: Modell A kostet 450,00 Euro mehr, spart aber 20,00 Euro pro Monat. Die Differenz ist nach 22,5 Monaten ausgeglichen. Läuft die Nutzung 24 Monate, trägt die Rechnung. Läuft sie 18 Monate, trägt sie nicht.
Diese Rechnung ist ein Beispiel mit frei gewählten Zahlen. Sie zeigt nur das Verfahren, nicht das Ergebnis eines konkreten Angebots. Übernehmen Sie die tatsächlichen Werte aus den Angeboten und markieren Sie den Monat, ab dem der günstigste Verlauf wechselt.
Häufige Fragen
Ab welchem Monat lohnt sich das teurere Modell? Sobald die Summe aus Preis und kumulierten Folgekosten unter der eines anderen Modells liegt. Im Beispiel war das nach 4 bzw. 5 Monaten der Fall.
Muss ich Papier einrechnen? Im erfassten Beispiel bleiben Papier und weiteres Verbrauchsmaterial außerhalb der Betrachtung. Wollen Sie sie einbeziehen, führen Sie sie als eigene Zeile, damit die Druckkosten pro Seite vergleichbar bleiben.
Reicht der Preis pro Seite als Vergleichswert? Nein. Erst zusammen mit dem Monatsvolumen und dem Anschaffungspreis entsteht ein Kostenverlauf, aus dem Sie den Überholpunkt ablesen können.


